Thorsten Poersch
“Schönheit ist vergänglich”
Thorsten Poersch beschäftigt sich mit Vergänglichkeit, Materialität und dem bewussten Innehalten.
Mit elementaren Stoffen wie Kohle, Asche und Sand entstehen vielschichtige Arbeiten, die an verwitterte Oberflächen erinnern.
Seine jüngsten Portraitarbeiten in Punkttechnik spielen mit Nähe und Distanz und greifen das Fragmentarische der digitalen Bildwelt auf. Aus der Ferne zeigt sich ein klar erkennbares Gesicht, aus der Nähe wird die Struktur der einzelnen Punkte sichtbar, mit Anklängen an Pop-Art und Pointillismus.
Thorsten Poersch blickt auf zahlreiche Ausstellungen zurück. Seine Arbeiten wurden unter anderem im internationalen Messekontext präsentiert, darunter auf der ARTfair Innsbruck sowie auf der CONTEXT Art Miami. Die Werke des Künstlers finden große Resonanz bei privaten Sammlerinnen und Sammlern im In- und Ausland. Darüber hinaus sind seine Arbeiten im Fine-Dining- und Hotelkontext zu sehen, unter anderem im DAS AFFALTERBACH, Stuttgart, Autograph Collection. In diesem Jahr gestaltet Thorsten Poersch das Kunstetikett des Weingut Georg Breuer und setzt damit die Tradition der jährlichen Künstleredition fort.
Zwischen atelier und Alltag
3 Fragen. 3 Antworten.
Du arbeitest mit ungewöhnlichen Materialien wie Asche, Kalk und Kohle. Was reizt Dich an diesen Stoffen?
Wie schon erwähnt, spielte ich sozusagen mit diesen Materialien als Kind und verknüpfte diese mit vielen Erinnerungen von Begegnungen der Menschen aus dem Ruhrgebiet. Später gelang es mir sogar, mit Hilfe der Materialien regelrecht in vergangene Zeiten zurückzusetzen. Es sind später noch andere Materialien dazu gekommen. Kalk, Papier und später Harze. Mich hat es immer wieder sehr gereizt, mit den Materialien so zu arbeiten, als wenn das fertige Bild später nicht gemalt, sondern wie von der Natur geschaffen worden wäre. Das war dann jedes Mal für mich der Gipfel von der Thematik der Archaik.
Gibt es ein Kunstwerk von Dir oder einen speziellen Zeitraum Deiner künstlerischen Tätigkeit, das/der eine besonders wichtige Bedeutung für Dich hat?
Ich habe in meiner Schaffenszeit 4 Kunstphasen erlebt.
1. Industriebilder
2. Plakatbilder
3. Landschaften
4. Portraits
Aus allen 4 Phasen entwickle ich immer noch meine Arbeiten. Eine besondere Phase für mich waren die Plakatbilder.
Ich fuhr wahrscheinlich über viele Jahre unter einer Autobahnbrücke an Werbeplakaten vorbei, die mir irgendwann auffielen, weil sich nichts änderte. Bis auf die Farben, das Papier, zwar trocken gehalten, aber verschmutzt, überklebt, in vielen Schichten übereinander. Sie wurden nicht ausgewechselt, erneuert, waren einfach auf Beton in vielen Papierschichten beklebt, bis es irgendwann aufhörte.
Diese Plakate symbolisierten genau diese archaischen Punkte, die mich stets begleiteten. Es ging um Vergänglichkeit, Urzustand, um Dinge, die wie als schon immer dagewesen überhaupt nicht mehr auffielen. Hunderte, tausende Autos fuhren an diesen Plakaten vorbei und keiner achtete auf die Botschaften, die Sinn und Zweck der Werbeplakate hatten. Zum Beispiel stand etwas über die Trabrennbahn Gelsenkirchen darauf, die es aber schon viele Jahre gar nicht mehr gab.
In einer Nacht und Nebelaktion riss ich diese Plakate von den Betonwänden und kreierte daraus mit meinen Materialien meine Plakatwände auf Leinwand in einer Serie.
Ich erlebte sozusagen hautnah meine große Überschrift, nämlich der VERGÄNGLICHKEIT, die ich mit archaischen Bildern symbolisierte, aber bis hin zu den späteren Portraits sehr bedeutsam wurde und blieb.
An welchen Projekten oder Konzepten arbeitest Du aktuell, und wie sieht Deine Zukunftsvision aus?
Meine neuen Projekte und Konzepte befassen sich mit Portraits. Das ist nunmehr die 4. Phase in meiner Arbeit. Als fast schon logische Konsequenz, zwischen Mauern, Plakatwänden, Industriewänden, Landschaften, steht diese Phase für die Vergänglichkeit der Menschen ansich. Die Porträts, die auf meine archaischen, vielschichtigen Oberflächen aufgebaut sind, zeigen über Punkte Gesichter. Gesichter von möglichen bekannten Gesichtern, die eine besondere Wirkung auf unsere Wahrnehmung haben.
Steht man nah davor, so sieht man die abstrakten Schichten und Formen. Je weiter man von dem Bild weggeht, fügen sich die Punkte aus der Entfernung zu Gesichtern, Köpfen zusammen. Wir alle sind nicht endlos, sondern endlich.
Die Punkte symbolisieren für mich die Vergänglichkeit in Form von Menschen die dargestellt werden, aber auch verschwinden und übrig bleibt die archaische Oberfläche der Abstraktionen. Eine einzigartige Darstellung von Bildern, die es so in der Art noch nicht gab.
Ausstellung
Zwischen Genuss und Kunst
2025 hingen Arbeiten von Thorsten Poersch im Schwarzbach Restaurant. Kunst und Ort verbinden sich hier ganz selbstverständlich und begleiten den Besuch auf leise Weise.
Kooperation
Bei Gabriele Schlicht
Ein Blick auf ein Werk von Thorsten Poersch und der Funke sprang bei Gabrielle Schlicht über. Aus diesem Moment entstand die Zusammenarbeit getragen von Begeisterung, Materialität und der Freude, Kunst weiterzugeben.
Thorstens Werke entdecken
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